Art, Design, Architecture

Public Provocations 5 – Kesse Strassenkunst aus Rom

Am Samstag war Vernissage der fünften Public Provocations in der Colab Gallery Weil am Rhein (bis April als Carhartt Gallery bekannt). Bevor es unten meinen am Freitag erschienenen Beitrag für den BaZ-Kulturblog «Schlaglicht» gibt, hier ein paar Eindrücke von Opening.

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Colab_PublicProvocations_2013_web_13«In der Nacht sprayen? Ich doch nicht – ich bin eine Frau!», sagt Alice Pasquini und lacht. Die Römer Streetart-Künstlerin zieht es vor, auch ihre unbewilligten Wandmalereien bei Tageslicht anzubringen. In Italien ist das mit etwas Erfahrung, Fingerspitzengefühl und einem chicen Auftreten kein grösseres Problem. Im Gegenteil: Es kommt immer wieder vor, dass die kesse Künstlerin bei ihrer Strassenarbeit neue Aufträge reinholt.

Dieses Wochenende ist Pasquini nicht auf den Strassen Roms, sondern in Weil am Rhein (D) unterwegs: als ausstellende Künstlerin an der «Public Provocations». Die fünfte Ausgabe der Ausstellungsreihe präsentiert ab Samstag unweit des Rheincenters zehn internationale Urban-Art-Künstler.

Vor zwei Jahren war Alice Pasquini das erste Mal in Weil am Rhein. Als Begleiterin des französischen Streetart-Stars C215 hinterliess die Römerin damals bei der Carhartt Gallery ein kunstvoll verziertes Verkehrsschild. Inzwischen heisst die auf Urbane Kunst spezialisierte Galerie Colab Gallery – und Pasquini ist nicht mehr Anhang, sondern geladene Künstlerin.

Frau mit Apfel: Pasquinis Werk in Weil am Rhein. (Foto: Jessica Stewart, RomePhotoBlog).

Frau mit Apfel: Pasquinis Werk in Weil am Rhein. (Foto: Jessica Stewart, RomePhotoBlog).

Als wir Pasquini während der Gestaltung ihrer Ausstellungskoje treffen, beschäftigt sich die Italienerin mit der Hintergrundgestaltung ihres Bildes. Es zeigt eine junge Frau mit Apfel und Blumen in den Haaren. Naturfarben wie Braun und Grün dominieren das Motiv. Dass es daherkommt, als hätte es die Patina einer kunstvoll verwitterten Statue, ist kein Zufall. Pasquini mag alte Motive: «Ich habe mich von einer amerikanischen Zeitschriften-Werbung aus dem Jahr 1902 inspirieren lassen.»

Die Römerin beschäftigt sich seit jeher mit Malerei und Bildgestaltung. Nach Abschluss der Kunsthochschule arbeitete sie als Illustratorin, was ihr aber ziemlich rasch verleidete: «Ich war gar nicht mehr am malen», erinnert sie sich. Als sie daraufhin in Madrid Freizeitparks für Kinder gestaltete und deren Begeisterung sah, realisierte Pasquini, dass sie Kunst machen will, die unmittelbar auf den Betrachter trifft. Deshalb brachte sie, die immer schon eine Affinität zur HipHop-Kultur hatte, ihre Bilder vor rund sechs Jahren auch auf die Strassen. Inzwischen blicken ihre Motive – mit Vorliebe sanfte Frauen- und Kindergesichter – an fast allen Ecken dieser Welt von den Fassaden.

pub_prov_13_plakat_webWenn Pasquini ausserhalb Italiens tagsüber ungefragt Wände umgestaltet, geht sie dabei allerdings vorsichtiger vor. Die Passanten reagieren nämlich überall anders, wie folgende Episode aus dem norwegischen Oslo zeigt: «Ich mag, was sie machen», habe da eine Frau zur malenden Pasquini gesagt, «aber jetzt mache ich ein Foto und rufe die Polizei». Kunst im öffentlichen Raum – wir reden hier nicht von Schmierereien – wird halt in gewissen Kreisen immer noch als Provokation wahrgenommen. Daran soll auch der Ausstellungsname «Public Provocations» erinnern. In Weil am Rhein wurde Pasquinis Kunst bis jetzt allerdings noch nicht als störend empfunden – im Gegenteil. Das von ihr verzierte Strassenschild wurde vor zwei Jahren nach wenigen Wochen von einem kunstaffinen Dieb abgeschraubt.

Public Provocations V, Colab Gallery (früher: Carhartt Gallery), Schusterinsel 9, Weil am Rhein. Vernissage Sa. 8. Juni ab 20 Uhr. Die Ausstellung läuft bis Oktober 2013.

Künstler: Alice Pasquini (I), Amose (F), Case (D), Chris Stain (USA), Gris1 (F), Michael Grudziecki (PL), Orticanoodles (I), Robert Proch (PL), Wolfgang Krell (D). Mehr Infos.


Güterzug-Romantik in Münchenstein

Eigentlich wollte ich ja nur die beiden frechen Güterwagons beim Bahnhof Münchenstein ablichten, welche sich in erdreistet haben, das Korsett ihres vorgegebenen Pfades zu verlassen. Dabei haben sich aber nebenbei zwei, drei Schöne Bilder ergeben. Und diese lassen das ferrophile Graffiti-Herz höher schlagen.



Jump!

Mit dem Segen von King Fynn ist am Samstag die «Wallflowers»-Ausstellung in der Carhartt-Gallery in Style am Rhein (D) eröffnet worden.

Mehr von mir zu «Wallflowers» gibts auf dem Schlaglicht-Kultublog.


Heilige Granate, ich habe acht Hände!

Von wegen Mauerblümchen! Urbane Kunst führt längst nicht mehr als ein Schattendasein unter feuchten Brücken und in modrigen Abrissbauten. Inzwischen sollen viele hart arbeitende Graffiti- und Streetart-Künstler sogar besser von ihrem Schaffen leben können, als die gleichaltrigen Vertreter der sogenannten «zeitgemässen Kunst» – das hat mir Stefan Winterle, Künstler und Kurator der Carhartt Gallery in Weil am Rhein (gleich hinter der Grenze) gestern verraten hat. Dort gibts diesen Samstagnachmittag den Kickoff zur neuen Urban-Art-Ausstellung «Wallflowers». Hier mein Beitrag dazu auf dem Schlaglicht-Blog. Eines der Highlights der neuen Schau: Der überdimensionale Character des Franzosen C215

Schnappschuss des Tages: HandHändergranate Fetch mit acht Händen und zwei Beinen…


Skulptur: M. Gmehling, Holy Grenade, 2011

PS: Kann sich noch jemand an die Allschwiler/Basler Graffiti-Crew «Mauerblümchen» aka MB erinnern? Posk, Cyde etc… meine Helden der 90er-Jahre.


Ein Weekend im Zeichen von Graffiti und Streetart…

…steht uns bevor. Heute Abend (20h-23h) steigt im Ackermannshof in der St. Johanns-Vorstadt die Vernissage-Party zur sechsten «Artyou – Urbane Kunst Basel» (läuft bis Sonntag). Und am Samstagnachmittag ist zwischen Pferderennbahn und Joggeli wieder der legendäre «Schänzli Jam» angesagt. Zwei Leckerbissen an einem Weekend! Hier ein kleiner Appetizer mit Eindrücken von der «Artyou», entstanden am Abend vor der Eröffnung im Rahmen meines Schlaglicht-Artikels. Weitere Bilder gibts auf meinem Flickr-Account.


Just A Jam – Just a few pics…

Graffiti und Breakdance…was gibts Schöneres an einem Samstagnachmittag? Eben! So ges(ch)ehen dieses Wochenende am «Just A Jam» in Zunzgen/Sissach (Props ans OK).

Alle weiteren Bilder sowie sämtliche Graffiti des Royal Arena Festival 2011 findet Ihr auf meinem Flickr-Account.


«Public Provocations III» in Style am Rhein

Seit gestern wird an der «Public Provocations» in Weil am Rhein Graffiti, Streetart und Artverwandtes ausgestellt. Hunderte waren an der Vernissage einen Steinwurf hinter der Landesgrenze. Ich auch. Hier ein paar ausgewählte Bilder des denkwürdigen Abends. Meinen ausführlichen Artikel zur Ausstellung könnt ihr auf dem Schlaglicht-Kulturblog lesen. Mehr Bilder gibts auf Flickr.

Won (ABC) aus München mit seinen typischen Train-Drachen.

Das «Wimmelbild» von Ayrz aus Spanien.

Frauenpower: Mad C aus Deutschland.


Run and gun an der muba

Wundert Euch nicht, wenn Ihr meine Fresse heute in der Tagesschau oder sonstwo sieht – sorry! So kam es zum Schlamassel: Heute hatte ich den Auftrag, die muba-Eröffnung zu filmen. Natürlich liess ich mir den anschliessenden Rundgang mit Frau Bundesrätin nicht entgehen. So viele Medienleute – da packt einen der Jagdinstinkt. Run and gun, nenn ich das. Fotografen fotografieren Fotografen beim Fotografieren – und, wenn der Weg grad frei ist, auch Eveline Widmer-Schlumpf mit ihrem auffälligen, violetten Hermes-Halstuch.

Sie war aber dummerweise nicht der einzige Farbtupfer – ich weiss auch nicht, wie ich auf die Idee kam, meinen türkisfarbigen Etro-Pulli zu tragen. Nunja…ist auch nicht schwierig in dieser tristen Masse von Politikern und Journalisten aufzufallen. Statt der muba-Videos – endlich konnte ich Guy Morin zu seinen unsagbaren MTB-Schuhen befragen – präsentiere ich Euch zum Wochenende aber lieber meine Lieblingsfilme der letzten Tage. Und diese sind in aller Ruhe entstanden.


Neuer Blog: Basler Kultur im Schlaglicht

Was für ein Freudentag: Heute hat ein neuer Blog zum Basler Kulturleben auf der BaZ-Homepage das Licht der Welt erblickt! Es geht ihm den Umständen entsprechend gut – es ist ein «Schlaglicht». Meine Wenigkeit ist auch dabei. Also werdet Fan auf Facebook, folgt uns auf Twitter oder mailt uns Eure Themenvorschläge!

Das Team (vlnr.): Chris Faber entstammt der Theater- und Kleinkunstszene, Karen N. Gerig ist Kunstkritikerin und Redaktorin bei baz.ch, Luca Bruno arbeitet als Moderator bei Mainstream, Radio X, und ist Gründer von IndieNet.ch, und der Typ ganz rechts ist Musiker und Redaktor bei baz.ch.

Zum Blog: «Schlaglicht will Euch informieren über das, was läuft in Basel. In den Museen, auf den Bühnen, auf der Strasse. Wir schreiben, was wir sehen, was wir hören, was wir darüber denken – subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.»


Shift – Bits, Bytes und Beats auf dem Dreispitz

Achtung! Das neue Trend-Areal am südöstlichen Zipfel von Basel ist dieses Wochenende fest in der Hand der elektronischen Künste: Zum vierten Mal findet dort nämlich das Shift-Festival statt. Neben Kunst gibts auch Konzerte. Letztere werden u.a. durch Elektromaster an solchen Geräten mit Bildern untermauert (sorry für die Handy-Fotos!)…

Die fiependen Dinger sollen Gerüchten zufolge fast so alt sein wie die Gesichtfalten von Keith Richards. Doch im Gegensatz zu den lumpigen Hautrillen des Rockstars, sind diese Gerätschaften – dank dem Einsatz der Restauratoren – noch zu gebrauchen…

Falls bei Euch nun Nostalgie aufkommt, haben die Shift-Macher eines ihrer Ziele erreicht: Das Motto (oder sagt man Sujet? …Fasnacht oder Streetparade?) des diesjährigen Festivals lautet nämlich «Lost & Found» (definitiv besser als die Streetparade-‚Sujets‘). Besonders passend dazu ist, wie ich finde, die Installation (heisst doch so, oder?) von Harold Schellinx. Der Tulpensohn aus Cholland angelt nämlich weggeworfene Musikkassetten aus europas Strassenrändern und macht daraus audiovisuelle Kunstwerke. Ich Depp habe dämlicherweise nur den Wand-Spruch zur Kassettli-Kunst geföttelet. Das liegt wohl an meiner Vorliebe für Fassadenschmierereien…

Ebenfalls ziemlich cool ist dieses Werk von Gijs Gieskes

Auch Gieskes entstammt dem Land, dem wir Sylvie van der Vaart zu verdanken haben. Im Gegensatz zur Fussballergattin haben seine Spielzeuge aber mehr als zwei Knöpfe. Was er genau zu seinen Werken zu sagen hat – und noch viel mehr – erfahrt ihr auf www.bazonline.ch, dem besten Newsportal der Region (Region = Schweiz). Länggt das fyrs Erschti?


Fertig «Bastian» in der Fondation

Seit gestern Sonntag ist die grosse Basquiat-Ausstellung in der Fondation Beyeler Geschichte. Sehenswert waren sie allemal, die Skizzen, Bilder und ‚Schmierereien‘ der New Yorker Legende. King Fynn nannte JMB aus NYC während des Rundgangs der Einfachheit halber «Bastian». In bester Erinnerung bleibt vor allen dieses Werk…

Das ist keine Zeichnung von King Fynn. Nein. So sieht es aus, wenn Jean Michel Basquiat (R.I.P.) zum Edding greift und seinen Weggefährten Fab 5 Freddy portraitiert, ihr wisst schon, den ewig grinsenden Typen mit Sonnenbrille, bekannt aus dem HipHop-Kultfilm «Wild Style» (2. v.r.).

Anlässlich der Basquiat-Vernissage liess sich Fab 5 Freddy, dem wir diesen denkwürdigen Film miunter zu verdanken haben, im Mai in Riehen blicken. Ich könnt mich ohrfeigen, dass ich die Podiumsdiskussion damals verpasst habe (Bild unten: Pro Litteris).

Unglaublich, der Typ hat mittlerweile 51 Jahre auf dem Buckel und sieht – abgesehen vom Outfit – immer noch gleich aus wie damals in «Wild Style». 1983 war das.


Fetchs Spiegelbild an der Art 41 Basel Pt. 2

Nach der Spiegelbild-Orgie zum Auftakt der Art 41 Basel gibts hier nun als – zugegeben etwas verspäteten – Abschluss den zweiten Teil der Tour…

Das letzte Spiegel-Bild entstand vor Ugo Rondinones Werk Clockwork for Oracles II (2008) an der Art Unlimited. Die 15 Meter breite und 5,6 Meter hohe Fensterwand hat der New Yorker mit Seiten der Basler Zeitung tapeziert. Wie schmeichelhaft. Mehr Bilder von der Art 41 Basel gibts auf meinem Flickr-Account zu sehen.


Fetchs Spiegelbild an der Art 41 Basel

Hurra, die Art 41 Basel hat heute ihre Pforten geöffnet – zumindest für VIPs, Kunsthändler und Medienfuzzys wie mich. Leider bedeutet das auch ziemlich viel Stress – hier die ersten Bilder von der diesjährigen Art (inkl. einem Hollywoodstar…huhuuu). Für vier narzistische Selbstporträits hat die Zeit dann aber doch noch gereicht…




Stylisches von der «Blickfang»

Endlich! Alle meine Texte fürs Brandhärd-Album (VÖ 4. Juni) sind im Kasten. Nun kann ich in Ruhe das vergangene Wochenende aufarbeiten. Genauer: Die Designmesse Blickfang, welche nach Tokyo, Zürich, Stuttgart und Wien nun zum ersten Mal in Basel gastierte – eine echte Bereicherung. Hier eine Auswahl der Objekte, die mir beim Rundgang in der gut gefüllten E-Halle (erstaunlich viele junge Eltern!) ins Auge sprangen…

Killer, diese Sonnenbrille am Stand von Ramstein Optik. Höchste Zeit, dass ich mir wieder Kontaktlinsen besorge (oder zahlt mir jemand eine Laser-OP?), damit ich wieder Sunglasses rocken kann.

Ein Steinwurf entfernt zu finden: Die passenden Relax-Liegen fürs Sonnenbaden. Erschaffen von Alexander Curtius, der übrigens auch Kurse anbietet, damit sich Interessierte die eigene Liege schnitzen können…

Besonders fresh: Diese drahtlosen Parrot-Zikmu-Lautsprecher mit 360° Sound und iPod-Slot! Für 1300 Euro gehört Dir die Box…

Bemerkenswert auch die Vitrine hinter der Theke von hauswein.ch

Und noch bemerkenswerter: Hauswein.ch ist einer Basler Firma, die ausgewählte Weine der mittleren Preisklasse in einer stylischen «Bag-In-Box» (Inhalt: 3 Liter) per Online-Shop verkauft. Geniale Idee! Ich bin gespannt auf den Syrah, den ich bestellt habe.

Nette Rollmöbel machen sie in der Schreinerei Spicher aus Brugg – für läppische 1750 Franken…

Lieber Stroh auf dem Kopf als drinn: Die Caps von Le Tom

Weitere Eindrücke von der Blickfang…ohne Worte…

(mehr …)


Die iBar…oder: Warum die Scrucialists einen neuen Keyboarder haben

Was treibt eigentlich der ehemalige Scrucialists-Keyboarder «Hengge»? Der Herr lebt – und vor allem: arbeitet – inzwischen in London. Der Grund: Er hat die iBar mitentwickelt («Die iBar ist das System für die interaktive Gestaltung eines Bar-Tresen») und diese hat offensichtlich eingeschlagen wie eine Bombe.

Das Ganze ist zwar keine taufrische Story mehr, aber immer noch erwähnenswert wie ich finde. Hengge hatte übrigens einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Bandgeschichte von Brandhärd: Der Herr hat Fierce 1996 die ersten Beat-Produzier-Schritte beigebracht…der Rest ist Geschichte. Unvergessen zudem die Härd-Tafs-Scrucialists-Tour im 2004. Auf diesem Weg: Alles Gute Hengge – ich hoff man sieht sich wieder Mal auf einer Bühne.


Kron – Dare R.I.P.

Kron, Basler Sprayer der (fast) ersten Stunde und TripleNine-Grafiker, wurde kürzlich wieder Mal von der Aerosol-Muse geküsst und hat an der Bachgraben-Wand ein Memorial-Graffiti für die im März verstorbene Basler Sprayer-Legende Dare (R.I.P.) hinterlassen. Nice one!


Scotty-Shirt und SMS-Flirt…wer lacht als letztes?

Das waren noch Zeiten: Sommer 2004, Splash!-Festival in Chemnitz, Campen mit den Tafs und den Scrucialistst, Party bis zum abwinken…und natürlich Geld rausballern. Die Euros für dieses Scotty-Shirt waren wahrscheinlich noch die am besten investiertesten…

Leider ist das Shirt, gestaltet von der Deutschen Sprayer- und Breakdance-Legende (Southside Rockers) Scotty 76, etwas in die Jahre gekommen (es war ein grosser Fehler, das Teil zu waschen;)…deshalb wird der Lumpen aussortiert und findet hier in Form eines Remember-Fotos seine letzte Ruhe. Zum Glück hab ich mir inzwischen ein neues machen lassen – diesmal aber mit «Bounce»-Schriftzug. Das Teil strahlt noch wie am ersten Tag, stinkt aber ein bisschen, weil ich es noch nie gewaschen habe;)

Die freshen Scotty-Shirts – und vieles mehr – können übrigens auch per Internet bestellt werden bei Artistik World. Die Jungs haben sich in Deutschland zu einer festen Grösse gemausert und customizen auch gerne die Kleider von tourenden US-Stars. Aber im Vergleich zu TripleNine-Airbrusher Kron (aka Hipanic Bastard) sind das natürlich alles Stümper;)

Das Fetch-Shirt (R.I.P.) von Sir Scotty erinnert mich zudem daran, dass ich an jenem Splash! im Sommer 2004 zum ersten Mal SMS- und Telefonkontakt mit meiner Liebsten hatte…sie am Party machen in Basel, ich besoffen in Chemnitz. Zusammengebracht wegen eines (un)glücklichen Zufalls. Tafs und Scrucialisits haben mich hämisch ausgelacht. Nun sitz ich zu Hause und die Dame schäft nebenan mit unseren zwei Kleinen…wer lacht nun als letztes, hä?;)

PS: Die Roaming-Gebühren für den Fern-Flirt waren – wie mir gerade einfällt – wohl doch noch die ein bisschen besser investierten Euros, als die fürs Shirt;)


Always think pink: Smash 137 auf dem SoCa

Kürzlich noch hat er an der art Karlsruhe ausgestellt und sein Graffiti-Buch Smash Proof signiert, nun ist er back in Basel. Zumindest hab ich dieses frühlingsfrische Piece des Basler Sprayers Smash 137 erst gestern am altehrwürdigen Sommercasino entdeckt. Very nice…

…superfunky natürlich auch das Bild von Jers, der in letzter Zeit verdammt fresh daherkommt, erinnert irgendwie an die Berliner Style-Kanonen Kacao 77 und Phos 4

Hier eines der Smash-Bilder, das in Karlsruhe gezeigt wurde (Quelle: Smash137.net)…


Dare – Basels grösster Ästhet ist nicht mehr

Der Basler Buchstabengott Dare ist von uns gegangen. Unvergessen, die schwungvollen Buchstaben der Graffiti-Legende, die viele Basler Writer nachhaltig geprägt haben – Smash 137 zum Beispiel. Dare ist mitunter schuld, dass ich 1995 selber eine bescheidene Graffiti-‚Karriere‘ in Angriff nahm…die schlussendlich in eine etwas glücklicheren Rapperkarriere mündete. Ich vergötterte Dare als Teenager, genauso seine Crew TWS (The Wild Side). Seine Bilder mit Show und Rebel an der Bahnhofseinfahrt und entlang der Bachgrabenmauer haben mich umgehauen und sind bis heute unerreicht. Hier eines von Dares Lieblingsbildern aus dem Jahr 2009, gefunden auf dessen Blog

Gut erinnere ich mich an das Dare-Portrait in der Coop-Zeitung aus der ersten Hälfte der 90er-Jahre: Der langhaarige Sigi gestaltete die gesamte Unterführung der Tramhaltestelle Neue Welt (Grün 80) mit Bildern, die schon damals seinesgleichen suchten. Sigi von Koeding (1968-2010) ist am Abend des 6. März seiner Krebskrankheit erlegen. Kaum zu auszudenken, wie gross der Verlust für alle Angehörigen sein muss, denen mein stilles Mitgefühl gilt. Ich habe Dare (leider) nur durch seine Bilder gekannt – diese waren stets die schönsten. Schwungvoll und von einer unvergleichbaren Ästhetik. R.I.P.

…ui, soeben erinner ich mich: Einmal bin ich Dare doch begegnet – das muss so um 1995 gewesen sein. Ich habe mir die Füsse wund gelaufen, um den Spraydosenladen beim Bahnhof Pratteln (oder wars Muttenz?) zu finden (damals waren geeignete Dosen und v.a. Düsen schwer erhältlich). Endlich fündig geworden, traf ich auf niemand geringeren als Dare, der mir dann sogar eine Skizze in meinem Blackbook hinterliess. Ich war der glücklichste Teenager auf Erden – wie konnte ich das fast vergessen.

Falls ich die Dare-Skizze aus meinem Buch noch finde, folgt diese demnächst an dieser Stelle. Hier noch ein etwas älteres Interview mit Dare. Mehr zur Basler Graffiti-Legende gibts auch unter: Dare.ch, unter vonKoeding.ch und auf dem Dare Blog.


Kunstspaziergang zu Bernard Buffet

Frischluft und Kultur quasi in einem Atemzug gabs beim Sonntagsspaziergang mit der Kleinen. Nach einigen knirschenden Schritten im Schnee (Ich liebe das! Auch die Kälte!!) gings straight ins Forum Würth, wo seit Mitte Januar Bilder «Von Nolde bis Buffet» ausgestellt werden – dazu gibts noch eine starke Affenskulptur von Pablo Picasso (La guenon et son petit) und einige Gemälde von Ferdinand Hodler. In erster Linie gabs aber frühe Werke von Bernard Buffet

Allesamt sind Buffets Bilder in der Nachkriegszeit entstanden und zeigen nachdenkliche, oft traurige und meist skurile Menschen. Oder Stilleben, gerne auch mit Fleischbeilage, hier jedoch ’nur‘ mit Messer…

Gut gefallen mir als Ex-Schmierfink Buffets Tag-artigen Unterschriften mit Jahresangabe, die auf jedem Gemälde prominent platziert sind – siehe rechts oben. Da würd man am liebsten wieder selber zur Dose bzw. zum Pinsel greifen, sieht ja alles so einfach aus – ist es aber nicht…

Jedenfalls hatte ich den perfekten Sonntagstrip mit dem charmantesten Bauchwärmer, den ich mir vorstellen kann (meiner Kleinen im Snöggli), einer sehenswerten Ausstellung und einer idyllischen Winterlandschaft.


Wenn ich mal einen Laden eröffne…

…dann lass ich ihn mir vom Kollege von 2fresh4yall designen:


Ein kontrastreicher Sonntag

Eigentlich wollte ich ja nur in der Reinacher Heide spazieren gehen, dann landete ich aber mit meiner charmanten Begleitung – meiner Kleinen – in einer Kunstausstellung. Genauer: dem Forum Würth Arlesheim, das zu meinem grossen Überraschen direkt neben meiner anvisierten Spazierroute iag. Die Ausstellung «Art faces» zeigte Porträt-Photos von Künstlern, meist vor oder neben ihren Werken. So etwa Giacometti, Hodler, Picasso, Warhol oder Basquiat. Wer das aber ist, weiss ich nicht so genau…

…typisch für meine Wenigkeit, dass ich die Ausstellung am allerletzten Tag gesichtet habe. Hab ja nicht gewusst, dass diese praktisch um die Ecke liegt. Wie ich gelernt habe, sahen Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle in ihren jungen Jahren ziemlich amtlich aus. Und weil man bei wolkenlosem Strahlenhimmel nicht länger als 30 Minuten eingepfercht sein will, und meine Kleine ja an die frische Luft wollte, gings flugs weiter wie geplant. Ich mag diese Minustemperaturen: die Luft ist – scheinbar – rein und der Matsch ist gefroren. Dieser Wunderbare Ort an der Birs ist übrigens 200m Meter vom Forum Würth enfernt…

Abgerundet wurde der kontrastreiche Tag – zusammen mit dem Grossen – auf dem Spielplatz, der praktischerweise mit einer Art Hängematte für Erwachsene ausgestattet ist.

Ach ja…alles Gute zum Neuen Jahr!;)


Parkour und Graffiti – Das unschlagbare Duo

Die Basler SVP will also mit einer «Schmier-Miliz» hiesigen Sprayern an den Kragen gehen (wie letzte Woche hier beschrieben). In Anbetracht der vielen schlechten, ja grottenschlechten Writern vielleicht keine schlechte Idee…wäre nicht allein der Gedanke lächerlich, dass 15 Schnäuze nachts vor, hinter oder neben einem Haus Schmierfinken auflauern.

Vor allem aber gibts in Basel auch tonnenweise begabte Spayer – auch Tagger – die zwar des Volkes Zorn, aber auch meine Sympathie auf sich ziehen. Hier zwei klitzekleine Tipps für die anbrechenden schweren Zeiten:

1.) Lasst euch nicht beirren, so wie diese sicken Jungs aus Paris:

Und 2.) kombiniert Graffiti mit Parkour! Polizei und Bürgerwehr werden alt, sehr alt aussehen. Diese kranken Typen aus Berlin zeigen, wies geht:

Hervorragende Parkour-Teams gibts übrigens auch in Basel:

Erfunden hats aber wohl ein französischer Marineoffizier – und zwar so um 1930. Dieser Junge ist der krasseste von allen, Hut ab:


Bild des Tages: Graffiti-Zug im Basler Bahnhof

Da schlägt das Herz eines jeden Graffiti-Liebhabers höher: Ein «Blow»-Train im Basler Bahnhof. Gesehen am letzten Samstag. Rock on!

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