Aus dem Leben eines Online-Journalisten

Die Schweiz ohne Schweizer…

Yay! Zeit, diesen Blog nach sechsmonatiger Abstinenz aus dem Sommerschlaf zu holen – und zwar mit meinem heutigen Beitrag in der Sonntags-BaZ. Wie einige von Euch vielleicht wissen, bestücken meine Kumpel und ich dort jeweils die Rubrik «Webweit». Ich durfte mich diesmal in der Disziplin «Gezwitschert» austoben. Darin wird jeweils ein beliebiger Tweet verarbeitet. Diesmal gehts um Ferien und Herr und Frau Schweizer. Voila…

Der Mann ist zwar Komiker, einer der schwergewichtigsten des Landes obendrauf, aber irgendwie hat er recht: Die Schweiz könnte so schön sein – ohne Herr und Frau Schweizer. Es gibt Leute, die Ähnliches über Zürich denken. Oder über den Aargau, Heimatkanton von PeachWeber. Seit über dreissig Jahren ist der Sprücheklopfer und Kinderliedautor so etwas wie der Hofnarr der Nation. Da ist es nix als natürlich, dass der bald 60-Jährige den Schweizern den Spiegel vorhält und sie über ihresgleichen lachen lässt.

Haha, die schrecklichen Nachbarn, die mit Socken in den Sandalen die Geranien giessen und beim Rückwärtslaufen die Gartenzwergkolonie plattmachen! Endlich sind sie weit weg. Irgendwo in den Ferien in irgendeinem Touristenort, wo sie sich irgendwie an der lockeren und lebenslustigen Art der ein­heimischen Bevölkerung erfreuen, die ihnen lachend das Geld aus den Taschen zieht. So lebensbejahend und so unschweizerisch! Und auf der Strandliege nebenan brutzelt Frau Meier aus dem Nachbardorf. Gleich neben dem Russen, der wiederum neben einer so schrecklich schweizerischen Schweizer Familie liegt. Dabei ist man doch in den Ferien! Aber, sind wir ehrlich, die Häme gegenüber den Landsleuten – eigentlich geniessen wir sie so, weil wir insgeheim wissen, dass wir auch so sind. Zumindest manchmal.


Down mit King Karli

An solchen Tagen macht man seinen Job gerne: Letzten Freitag gings mit FCB-Legende Karli Odermatt auf Streiftour über die Basler Weinmesse. Wie erwartet wurde es ein interessanter, kurzweiliger Nachmittag, dessen Verlauf ihr gerne hier nachlesen dürft.

Antonio Balzano (Via Vitis Muttenz), Karli Odermatt und ebedäää…

Antonio Balzano (Via Vitis Muttenz), Karli Odermatt und ebedäää…

Diese Weine haben wir uns zu Gemüte geführt… (mehr …)


Mit der Kamera ans Rheinschwimmen

Gestern ging es beruflich den Bach runter. Hier das Resultat von 15 Minuten Spass und 4 Stunden Arbeit…

Schon geil, so eine Unterwasserkamera.


Aus dem Leben eines Online-Journalisten

Wie ich diese Tage liebe! Wie ich diese Abende hasse! Frühdienst, d.h. um 7 Uhr aufstehen (das ist früh für einen Journalisten), Artikel zur integrativen Schule von zu Hause aus online stellen. Dazu eine Umfrage, deren Ergebnis mich nicht interessiert. Die ersten, meist grenzwertigen, Leser-Kommentare freischalten. Newslage nicht vergessen, Mails und Agenturmeldungen checken – alles zum Gähnen. Der Kaffee wird kalt, dafür haben die Katzen zu Essen. Heute ist Spatenstich zum FCB-Nachwuchs-Campus – aber erst um 11 Uhr. Um 13:30 Uhr dann die Pressekonferenz mit Thorsten Fink vor dem Züri-Spiel. Genug Zeit für alle Vorbereitungen (Infos und Equipment).

Denkste! Der FCB lädt kruzfristig zu einer dringlichen Pressekonferenz. Drei FCB-Medienevents an einem Tag, ok, gibt schlimmeres (etwa drei Leser-Anrufe an einem Tag). Ein Kollege mailt: Gigi wird zurücktreten. Das wird Quote geben, denke ich und schreibe den Artikel vor. Dann direkt zur PK. Kamera, Mic etc. soll die nette Praktikantin bringen, ich diktiere ihr alles durchs iPhone, das während des Gesprächs gefühlte fünfzehnmal Abbricht (das Teil ist für alles gut, ausser zum telefonieren). Für eine Extraschlaufe auf die Redaktion ist die Zeit zu knapp zumal der St.-Jakob-Park auf meinem Arbeitsweg liegt – als wäre das Monument eigens für meine tägliche Ration Lokalpatriotismus errichtet worden. Hoffentlich kommen heute sonst nicht all zu viele Meldungen rein – wir haben Minimalbesetzung und würden alt aussehen. Die frei habende Arbeitskollegin schreibt, ob ich von der Extra-PK wüsste. Keine Zeit zum antworten.

Warten auf die PK, rätseln über den Grund des Spezialevents. Viele Kollegen scheinen auch schon zu ahnen, was ansteht. Der Rummel ist wieder Mal gross. Überall Kameras, Laptops und Stative. Unseres ist wertlos, weil ich vergessen habe, die Kameraplatte mit zu bestellen. Kommt davon, wenn mans nicht selber macht. Auch das Mic-Stativ ist nicht dabei, macht aber nichts, weil die vielen Funkmics im Raum eh die Frequenz stören und der Ton unbrauchbar ist. Na dann, filmen wir ohne externes Mic. (mehr …)